Einführung in die Lerntherapie

Viele Kinder mit Lernhemmungen schaffen es nicht, den Anforderungen der Schule Stand zu halten, sie reagieren mit Aggressionen, Ängsten, Verweigerungen oder anderen Verhaltensauffälligkeiten. Hinter dem Vordergründigen steckt immer eine eigene, tiefe Verletzung, ein nicht Zurechtkommen, sich nicht gehalten, geachtet und verstanden Fühlen. Die Kinder/Jugendlichen erleben die Bewertung ihrer Leistung und die Reaktion der Umwelt als Ausgrenzung oder Strafe, wodurch sich die Problematik verfestigt. Die „Schulproblematik“ wird nicht selten zum beherrschenden Thema in der Familie und im Leben des Kindes/Jugendlichen.

Nicht zuletzt deshalb, weil der Erfolg/Misserfolg in diesem Bereich tatsächlich entscheidende Auswirkungen auf die Zukunftschancen und damit für ihr gesamtes späteres Leben hat. Sie befinden sich in einem Teufelskreis und sind nicht in der Lage, ohne Hilfe und pädagogische Begleitung diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen.

Diesen Kindern und Jugendlichen Lernwege aufzuzeigen, sie Schritt für Schritt in ihrer Entwicklung vorwärts zu bringen, ihre Auffälligkeiten als Signal zu deuten, sie ihre starken Seiten erleben zu lassen und sie da abzuholen, wo sie in der momentanen Situation stehen, das ist der Weg meiner lerntherapeutischen Arbeit.

Meine langjährigen, vielseitigen Erfahrungen setze ich in der Lerntherapeutischen Einrichtung mit dem Schwerpunkt Lernhemmungen ein, um Kinder und Jugendliche zu begleiten und zu unterstützen, damit diese einen eigenen, selbständigen Lernweg finden und wieder Motivation, Freude und Erfolg mit dem Lernen verbinden können.

Ziel ist es, den Anschluss des Kindes an den Regelunterricht wieder herzustellen und eine Entlastung der Spannungsfelder Schule – Kind – Elternhaus zu erreichen.

Grundlagen Lernhemmungen

Der Problemhintergrund der Kinder und Jugendlichen, die in der Lerntherapie mit dem Schwerpunkt Lernhemmungen gefördert werden, ist in der Regel sehr komplex.

Für Lernhemmungen sind in der Regel mehrere Ursachen verantwortlich und wirken zusammen. Oft sind sie nur der vorläufige End- oder Höhepunkt einer meist langjährigen krisenhaften Entwicklung.

Oberflächlich betrachtet handelt es sich um „Schulversager“, die trotz normaler Begabung im Leistungsbereich versagen. Diese Kinder und Jugendlichen können ihre Lernressourcen nicht ausreichend nutzen bzw. umsetzen, da ihre Gefühlswelt vorherrscht und kognitive Prozesse überlagert werden.

Verstand & Gefühl ins Gleichgewicht bringen

Lernen ist mehr als ein kognitiver Prozess. Emotionen sind entscheidend dafür, was und wie wir lernen. Denn Emotionen, nicht der Intellekt, sind der Treibstoff, der den Motor der Wissensaneignung antreibt. Der Verstand wird erheblich beeinträchtigt, wenn unkontrollierte Emotionen unsere Energie abziehen oder unsere Wahrnehmung verzerren.

Entwicklung, Reifung, Wachstum und Lernen gehen bei Kindern und Jugendlichen Hand in Hand. Emotionen sind die entscheidenden Auslöser („Trigger“) für alle Lernprozesse, daher pointiert die Lerntherapie mit dem Schwerpunkt Lernhemmungen die Aktivierung der emotionalen Zentren.
Angstbesetztes Lernen kann das Einspeichern von neuen Inhalten zwar zunächst fördern, führt aber langfristig zu chronischem Stress, zu geringer Belastbarkeit und emotionaler Destabilisierung.

Lernen muss deshalb mit positiven Emotionen arbeiten. Denn Motivation über positive Emotionen setzt jene Lernprozesse in Gang, die Bedeutung für das Leben haben, die begeistern und zu bewältigen sind. Lernen in angenehmem emotionalem Kontext bezieht sich sowohl auf die Lerninhalte als auch auf den Lernprozess. Diesen Gegebenheiten will die Lerntherapie Rechnung tragen.

Ziel 1: Die Entwicklung kognitiver Prozesse

  • Den Blick auf die Stärken richten
  • Freude und Erfolg gewährleisten
  • Für bedeutsame Erfahrungen sorgen.

Ziel 2: Die Entwicklung von emotionalen Faktoren

  • Die Fähigkeit, seinen eigenen Gefühlszustand und den anderer zu erkennen;
  • Die Fähigkeit, den natürlichen Ablauf von Gefühlen zu verstehen;
  • Die Fähigkeit, über seine eigenen Gefühle und die anderer vernünftig nachzudenken und zu urteilen;
  • Die Fähigkeit, mit seinen eigenen Gefühlen und denen anderer richtig umzugehen.